Mai 25

Frage der Woche: Finsternisse

von Tanja Morschhäuser

Wie entsteht eine Sonnen- oder Mondfinsternis?

Totale Sonnenfinsternis, © Sebastian Voltmer, weltraum.comEine Sonnenfinsternis entsteht, wenn die Sonne durch den Mond verdeckt wird. Dabei gibt es drei Arten von Sonnenfinsternissen: bei der totalen Sonnenfinsternis wird die Sonne für einen kurzen Moment komplett vom Mond verdeckt. Davor und danach kann man beobachten, wie sich der Mondschatten über die Sonne bewegt, während der Totalität sieht man die Korona, einen Strahlenkranz, der die Sonne umgibt, normalerweise aber vom Sonnenlicht überstrahlt wird.

Partielle und ringförmige Sonnenfinsternis

Die partielle Sonnenfinsternis bedeckt die Sonne nur zum Teil, während bei der ringförmigen Sonnenfinsternis der Mond zwar komplett über die Sonne hinwegzieht, dabei aufgrund der elliptischen Umlaufbahnen von Erde und Mond zu klein ist, um die Sonne komplett zu bedecken. So sieht man von der Sonne nur einen Ring, der Mond bedeckt den mittleren Teil unseres Sterns.

Der Mond im Schatten der Erde

Phasen einer totalen Mondfinsternis, © Sebastian Voltmer, weltraum.comIm Gegensatz zur Sonnenfinsternis wird bei der Mondfinsternis der Erdtrabant durch den Schatten unseres Planeten bedeckt. Das passiert etwa zwei Mal im Jahr bei Vollmond. Bei Mondfinsternissen unterscheidet man vier Arten: Bei der totalen Mondfinsternis befindet sich der Mond vollständig im Schatten der Erde und ist nur noch als rötlicher Ball am Nachthimmel zu sehen. Die partielle Mondfinsternis entsteht, wenn nur ein Teil des Mondes vom Erdschatten bedeckt wird.

Totale und partielle Halbschattenfinsternis

Die totale Halbschattenfinsternis kommt nur sehr selten vor: Dabei taucht der Mond in den Halbschatten der Erde ein, jedoch nicht in den Kernschatten. Dort, wo der Mond dem Kernschatten am nächsten kommt, erscheint er merklich dunkler. Bei der partiellen Halbschattenfinsternis wird der Mond nur teilweise vom Halbschatten der Erde bedeckt. Auch hier ist der Teil, der dem Kernschatten am nächsten liegt, etwas verdunkelt – das fällt allerdings manchmal kaum auf.

Mai 03

Frage der Woche: Mondtäuschung

von Tanja Morschhäuser

Warum wirkt der tiefstehende Mond größer als der Mond, der hoch am Himmel steht?

Der Mond, © Peashooter, pixelio.deEntgegen aller Annahmen hat dieses Phänomen keine physikalischen oder astronomischen Ursachen. Weder die Streuung noch die Brechung von Licht sind dafür verantwortlich, dass der Mond in der Nähe des Horizonts so viel größer wirkt als am Zenit. Die so genannte „Mondtäuschung“ ist eine optische Täuschung, bei der die Größenwahrnehmung des Menschen überlistet wird.

Das Gehirn sucht Anhaltspunkte

Um das Phänomen Mondtäuschung zu verstehen, muss man wissen, dass das Gehirn beim Sehen Anhaltspunkte sucht, um die Größe eines Objekts einschätzen zu können. Wenn der Mond hoch am Himmel steht, gibt es keine Vergleichsgegenstände – am Horizont dagegen gibt es Bäume, Häuser oder Berge, die dem Gehirn Informationen über den Abstand zum Horizont vermitteln. So kommt das Gehirn zu der Einschätzung, dass der Mond näher ist, als wenn er hoch am Himmel steht. Und was näher ist, muss auch größer sein.

Blick durch die Kamera entlarvt die Täuschung

Der Mond, © Sebastian Voltmer, weltraum.comDass es sich bei der Mondtäuschung tatsächlich um eine Täuschung handelt, wird spätestens dann klar, wenn man durch eine Kamera blickt. Die Technik lässt sich natürlich nicht von falschen Entfernungseinschätzungen täuschen und zeigt den Mond so, wie er wirklich ist: Wesentlich kleiner, als man ihn mit bloßem Auge gesehen hat. Wenn man durch ein Loch in einem Stück Papier schaut, verschwindet die Täuschung auch, da man dem Gehirn so die „Vergleichsobjekte“ entzieht.

Auf den Kopf stellen

Das Gehirn schätzt die Entfernung des Objekts und nutzt dabei die eigene Erfahrung. Stellt man das Gesehene auf den Kopf – etwa indem man durch die Beine zum Horizont schaut – hat das Gehirn keine bekannten Anhaltspunkte mehr und die Mondtäuschung verschwindet ebenfalls.